Chess Tigers
Josefine Safarli und ihr "Spion" aus Wijk aan zee
Zwischen YouTube und Spitzenschach
Josefine Safarli ist heute nicht nur als Nationalspielerin, sondern auch als erfolgreiche YouTuberin aktiv. Mit über 8.000 Abonnenten hält sie ihre Zuschauer über ihr eigenes Schach sowie die Entwicklungen im internationalen Spitzenschach auf dem Laufenden. Finanziell dient der Kanal bei ihr vor allem dazu, die Kosten ihres eigenen Schach-Engagements zu decken.
Wijk aan Zee: „Spione“ und Opfer-Spektakel
Das aktuelle Turnier in Wijk aan Zee (Tata Steel) ist für Josefine besonders präsent – nicht zuletzt, weil ihr Ehemann Eltaj Safarli dort als Sekundant für einen der Topspieler im Einsatz ist. Sportlich begeisterten sie vor allem die Leistungen der jungen Talente:
- Yagiz Kaan Erdogmus: Der junge türkische Großmeister sorgte mit einem spektakulären Qualitätsopfer für Aufsehen. Sowohl Josefine als auch Jonathan Carlstedt waren jedoch der Meinung: Diesen Zug hätten sie auch gespielt - mangels Alternativen.

- Faustino Oro: Das argentinische Ausnahmetalent setzte noch einen drauf und glänzte mit einem doppelten Qualitätsopfe.
Nationale Erfolge und internationale Abenteuer
Rückblickend bezeichnete Josefine den 3. Platz bei der Mannschafts-Europameisterschaft in Batumi als einen der größten Erfolge der Frauen-Nationalmannschaft. Neben den großen Meisterschaften führen sie ihre schachlichen Reisen an ungewöhnliche Orte; so berichtete sie von einem Turnier in Tadschikistan, das ihr aufgrund der Gastfreundschaft und der jungen Teilnehmerschaft in Erinnerung geblieben ist.
Freestyle Chess: Qualifikationsmodus & der Grund für Josis Nicht-Teilnahme
Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden grenke Schachfestival diskutierten die Teilnehmer auch das Thema Freestyle Chess (Schach 960). Dazu hat Josefine eine klare Meinung. Zwar findet sie das Format interessant, kritisierte jedoch die aktuelle Qualifikationsstruktur: Dass es für die Spieler nur einen einzigen Qualifikationsplatz für die offizielle FIDE Freestyle WM gibt, hält sie für zu wenig. Bei den Frauen gibt es dagegen drei Qualifikationsplätze - aus ihrer Sicht eine deutlich bessere Lösung.
Unabhängig davon freuten sich die Teilnehmer über die erneute Austragung des Turniers, auch wenn Josefine vermutlich selbst nicht teilnehmen wird - sie hat sich vorgenommen, sich im Jahr 2026 etwas zurückzunehmen und mehr Urlaub zu machen.
Hier geht ́s zum Turnier-Trailer:

Blick auf die Weltspitze: Carlsen und Blübaum
Interessante Beobachtungen teilte sie auch zur Motivation der Super-Großmeister:
- Magnus Carlsen: Der Weltranglistenerste scheint, unter anderem im Hinblick auf seine bevorstehende Teilnahme am Turnier in Malmö, eine neue Lust am klassischen Schach gefunden zu haben.
- Matthias Blübaum: Im Vorfeld des Kandidatenturniers wird intensiv über Sekundanten spekuliert. Josefine geht davon aus, dass Rasmus Svane als Sekundant für Matthias Blübaum fungieren könnte, um ihn auf die wichtigste Herausforderung seiner bisherigen Karriere vorzubereiten .
Ein interessanter Schachtalk aus einer Insider-Perspektive mit einer Spielerin, die sogar einen Sieg gegen Weltstar Hikaru Nakamura vorweisen kann und mit ihrer Offenheit und ihrer Spielstärke ein Vorbild für viele junge Schachspielerinnen in Deutschland ist.
Zum ausführlichen Schachtalk:
Schachtalk mit Josefine Safarli
